kömerle
märit
der bärner märit bietet schon seit jahrhunderten woche für woche erlebnisshopping. da müssen die marketing"experten" von coop oder migros noch lange üben, bis sie den marktfrauen &-mannen das wasser reichen können!
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| farben der saison |
Bild: martinko |
2x die woche (dienstag und samstag)gibt's in bern frisches. gelegenheit für städter alle sinne mit ländlichem zu verwöhnen. eben land zu erleben.
natürlich steht bei lebensmitteln der geschmackssinn im vordergrund. doch dieser wird eigentlich erst ganz am schluss verwöhnt. nämlich wenn die produkte zubereitet auf dem teller liegen.
zunächst gilt es sich das gemüse, früchte, das brot und auch blumen anzuschauen, die farben der jahreszeit auf sich wirken zu lassen. danach geht es in den nahkampf: an den ständen werden die sachen angefasst, gedrückt und ausgewählt. jeder nimmt sich das stück, dass ihm am besten gefällt.
natürlich macht man das nicht bei den fleischstücken, poulets, kaninchen, würsten und dem käse am sogenannten fleisch- märit (nur samstags) in der münstergasse. aber beim gemüse und den früchten sehr wohl. danach spricht man mit den marktfrauen, seis ob man etwas bestimmtes sucht oder nach einem tipp fragt, wie man dies oder jenes zubereiten könnte. gleichzeitig verwöhnt man das ohr mit verschiedenen dialekten; aus dem seeland, emmental, oberaargau, freiburg usw.. manchmal muss man auch das französisch hervorkramen. der röschtigraben hindert die marktfahrer nicht, nach bern zu kommen.
manchmal höre ich, dass der märit zu teuer sei. dem möchte ich am beispiel eines poulets widersprechen.
ein anständiges poulet (also ein poulet, welches nie durch eine antibiotika-kur musste und schon gar nicht der geflügelmüll aus ungarn oder gar china) kostet im grossverteiler zwischen 10 und 15 franken. für ein hühnchen vom markt, in der umgebung von bern aufgewachsen, bezahlte ich 13.45, schlussendlich 13, weil sie dass kleingeld nicht wollte, inkl. 3 lebern (für die füllung) und 4 herzen (für die suppe).
und auch wer nichts kauft, weil er nicht zu kochen braucht, kann ohne weiteres zwischen den ständen hindurch schlendern und diese tradition erleben.
martinko
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