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infanterie regiment 14
publiziert am ..
charismatische reformer fegen mit eisernem besen durch den stall des augias. divisionen und regimenter werden aufgelöst. so auch das stadt-berner inf rgt 14. ein nachruf. 
ein teil des inf rgt 14 (Bild: martinko)
nicht dass mir das leid täte, auch nicht dass man sich jetzt als einwohner der stadt irgend wie bedrohter fühlen müsste. die stadt ist ja jetzt militärisch gesprochen nackt, also schutzlos. denn auch wenn man den haufen "alarmregiment", ja in den ansprachen gar "elite" nannte, konnte man den verteidigungswert nur belächeln.
natürlich taten das nicht die divisionäre, obersten oder häuptlinge, denn die hätten bloss ihren ruf verloren, wenn auskommen sollte, dass ihre truppe einen niedrigen kampfwert besass. zudem wie konnten sie diesen schon aus ihren führerbunkern heraus beurteilen?
besser weiss es die truppe, jene die nicht ihren ruf, sondern im schlimmsten fall ihren kopf an vordester front verlieren. sie müssen sich nicht auf irgendwelche rapporte oder eindrücke punktueller inspektionen verlassen. die truppe belächelte sich selber, sie sah sich als fokloristische trachtengruppe.
aber von welcher front sprechen wir eigentlich? gottlob hatte man keinen realen feind in den letzten jahren. sondern es wurden feinde erfunden.
mal waren es flüchtlingskolonnen, die man übungshalber mit schwerem geschütz beschossen hat.
ein anderes mal wärmte der kadi in seiner theoriestunde die geschichte der jurassischen separatisten auf. die béliers waren nun blutrünstige terroristen und so mussten wir unsere fahrzeuge mit geladener waffe bewachen. szenario: sabotageabwehr!
kein wunder also, dass man lächelte. denn es war teilweise richtig lächerlich.
so suchten wir an einem ostermontag im gas-vollschutz in bananengas-schwaden nicht etwa nach ostereiern, sondern nach dem sinn dieser dringlichen übung an einem so hohen feiertag. als die truppe noch lange vor erich von däniken als ausserirdische durch interlaken irrte, besuchte übrigens das kader die braurei ruggenbräu. mit welchem strategischen nutzen?
das kader mochte vergnügungen sowieso sehr. so musste die enttäuschung in den anderen kompanie-hauptquartieren und dem führer-hauptquartier des regiments immens gewesen sein, als das nächtliche beleutungsschiessen der schweren minenwerfer kompanie ("spektakulärer als 1. augustfeuerwerk!") abgesagt werden musste.
dabei war ja gar niemand zu schaden gekommen (zumindest hat sich niemand gemeldet...), als am vortag durch ein schiessen ausgelöste lawinen durch ein beliebtes tourenskigebiet donnerten. und sowieso wurden tonnen von munition (hunderttausende von franken) auf berg und ins tal verschossen, als ob die al kaida/taliban-festung tora bora im berner oberland liegen würde.
zudem lernten wir auch, das wichtigste bei einem atombomben-angriff ist, dass jeder ada (angehöriger der armee) seinen auftrag weiter ausführt. den ada jetzt in diesem zusammenhang als "kanonenfutter" zu bezeichnen, wäre trotzdem vermessen, oder?
mit diesen erfahrungen, aber auch aufgrund des argumentationsnotstands der politik und unserer führer für den sinn unserer jeweils 3-wöchigen übung, herrschte bei der truppe eine denkbar schlechte moral. zumindest bei jenen die einen gedanken halbwegs zu ende bringen können.
aber jetzt wird alles besser. ein erster punkt zur stärkung der disziplin und der verbesserung der moral in der armee xxi wurde eben beschlossen.
ab sofort werden ein- und ausrückende soldaten auf ihrer reise von den verha ss ten bluthunden der militärpolizei begleitet. jetzt ist endlich schluss damit, dass sich einer unerlaubt die krawatte lockert, die beine hochlagert oder gar einen joint ansteckt. denn stramme soldaten sind keine einladung zum einmarschieren für den feind. der wird dann wohl in einem nächsten schritt von einem virtuellen zum realen reformiert, damit man dann diese aktion ernst nehmen kann. (martinko)
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