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Artikel - inezoge
rock'n eat

hier servieren sie bis in aller herrgott's früh - doch da geh ich lieber ohne znacht ins bett.

aufgestellte buddies

Bild: martinko

ich hätte auf meinen körper hören sollen. er wollte ins bett. aber nein, ich liess mich auf ein letztes bier überreden.

man ahnt schon am eingang, was einem schwant. da steht zwar ein türsteher, doch der interessiert sich mehr für seine sms als für die gäste; er würdigte uns mit einem schnellen blick und ich musste dann auch selber die tür öffnen und aufhalten.

drinnen lief ohrenbetäubender hard rock aus den frühen neunzigern, der dann über reggae (!) in 60er rock mündete. mit dem niveau hätte der dj nur knapp an unseren schulparties auflegen dürfen.

auf der homepage des lokals versprechen sie "aufgestellte buddies"; das ist natürlich masslos übertrieben. neben uns standen zwei altrocker, einer sah aus wie tony vescoli. er trug eine dunkelblaue wildleder-jacke und hatte die ärmel hinter die ellbogen geschoben. irgendwann betrat ein spielsüchtiger taxifahrer das lokal und vis-a-vis standen ein paar gestandene (nicht aufgestellte) alkis, drei anfang-20jährige, die nicht glauben wollten, dass sie soviel bier getrunken haben, wie ihnen die serviertochter berechnen wollte.

à propos serviertochter; ich hatte meine stange noch halbvoll, als sie mich im ernst fragte, ob ich eine neue wolle...

abschliessend möchte ich noch den toilettenbesuch erwähnen: braune plättli (innenarchitektonisch eine glanzleistung) verbergen jede (auch gleichfarbige) verschmutzung und beissender ammoniak-geruch übertüncht jeden sprutz, der neben das pissoir ging.

auf der homepage des rock'n eat nennt man das rock'n eat "cool place" und den "kultort in bern". wer's nicht mit eigenen augen gesehen hat glaubt's nicht.

martinko