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Archäologische Publikation zur Gründungszeit des Unesco-Welterbes Altstadt Bern - Gassengeschichten – Die Ursprünge von Berns Hauptgassen

2019-05-14 09:32:31
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Quelle: Kanton Bern

Unter den Gebäuden und Gassen des Unesco-Welterbes «Altstadt Bern» schlummern bis heute Reste der mittelalterlichen Stadt, wie der Kanton Bern schildert.

In seiner neusten Publikation präsentiert der Archäologische Dienst des Kantons Bern eine Gesamtschau zur Zeit der Stadtgründung um 1200 und ihrer frühen Entwicklung. Grundlage des Werks seien vor allem die Grabung anlässlich der Sanierung von Kram- und Gerechtigkeitsgasse 2004/05 sowie ein Überblick über die zahlreichen weiteren archäologischen Untersuchungen.Gemäss der historischen Überlieferung solle Bern 1191 von Herzog Bertold V.

von Zähringen gegründet worden sein. Die rund 800-jährige bauliche Struktur habe sich bis heute im Stadtbild erhalten und war 1983 der Grund, die Altstadt Berns zum Unesco-Welterbe zu erklären.Das neue Buch «Gassengeschichten – Ausgrabungen und Funde in der Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse von Bern» fasst die archäologischen Untersuchungen zusammen.

Diese liefern neue Antworten und bestätigen eine Reihe von Hypothesen zur Besiedlung der Aarehalbinsel. So sei Bern tatsächlich eine Gründungsstadt, die um 1200 neu entstand, fehlen doch zwischen Nydegg und Christoffelturm alle Hinweise auf eine Vorgängersiedlung.

Ebenso zeigt sich, dass die zentrale Kram- und Gerechtigkeitsgasse von Anfang an ihre heutige Breite aufwies und der Stadtbach ebenfalls bereits bei der Gründung als künstliche Wasserzufuhr und Abwasserabführung in die Stadt geleitet worden ist.Das kulturhistorische Erbe im Untergrund der Altstadt sei seit Jahrzehnten im Blick der Archäologie. Wenn immer möglich begleitet der Archäologische Dienst Bodeneingriffe und dokumentiert Baureste.

Diese oft kleinteiligen Untersuchungen flossen 2003 in die bislang erste archäologische Überblicksdarstellung zur frühen Baugeschichte Berns aus der Feder des Historikers und Archäologen Armand Baeriswyl ein. Kurze Zeit später standen in Berns Altstadt umfassende Werkleitungssanierungen an.

In der Kram- und Gerechtigkeitsgasse, seit der Gründung die städtische Hauptachse, konnte 2004/05 der Untergrund zwischen Zytgloggenturm und Nydeggbrücke untersucht werden. Mit diesem langen Schnitt durch die Gassen und weiteren Untersuchungsergebnissen aus der Marktgasse von 1995 bot sich die Gelegenheit, bestehendes Wissen zu überprüfen und gezielt aktuellen Fragen nachzugehen.

Im Zentrum des Interesses stehen die gründungszeitlichen Siedlungsspuren, das heisst Gebäude, Befestigungen und Verkehrsflächen aus dem späten 12. und 13. Jahrhundert.Zentral für die Auswertung waren die zahlreichen Fundstücke, die ein lebendiges Bild der Sachkultur in der damals noch jungen Stadt Bern abgeben. Die Herkunft der Funde aus Ton (Keramik), Glas und Metall zeigen deutlich, dass Bern damals in ein grosses Handels- und Modenetzwerk eingebunden war, dessen politischen Hintergrund das Heilige Römische Reich, die umgebenden Königreiche Frankreich, England, Dänemark und Polen sowie der Adel gebildet haben dürfte.

Ferner zeichnet sich ab, dass bereits um 1200 wohl jedes Wohnhaus mit einem Kachelofen beheizt wurde.Andreas Heege und Armand Baeriswyl, Gassengeschichten – Ausgrabungen und Funde in der Markt-, Kram- und Gerechtigkeitsgasse von Bern. Hefte zur Archäologie im Kanton Bern 5. Bern 2019. 286 S.

mit 165 Abb., 19 Taf. und 14 Beilagen – Preis: CHF 46.–..

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