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Stauffacher oder Tell? Text zum 1. August im Berner Bär vom 30. Juli 2019

2019-08-01 18:02:01
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Quelle: Stadt Bern

Geht es darum die Schweiz zu erklären, dann beziehen wir uns sehr gerne auf Wilhelm Tell, wie die Stadt Bern mitteilt.

Oder besser gesagt auf das Drama «Wilhelm Tell» von Schiller. Denn die Sage über unseren Nationalhelden und seinem Kampf gegen die Tyrannei und für die Freiheit fasziniert noch heute Gross und Klein.

Doch wieviel von Tell steckt eigentlich tatsächlich in der Schweiz? Ich sage: Weniger als wir glauben. Denn die Schweiz sei viel mehr Stauffacher als Tell.Schillers Tell – ein Mann der Tat – sei ein Einzelgänger, einer der nicht einmal seinen Freunden traut.

«Der Starke sei am mächtigsten allein», sagt Tell. Werner Stauffacher, stets auf der Suche nach Gleichgesinnten, setzt Tells Vision die Gemeinschaft gegenüber, beseelt vom Geist seiner Frau, der Stauffacherin.

Stauffacher: «Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden.» Tell dagegen: «Beim Schiffbruch hilft der Einzelne sich leichter. Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst.» Tells Aussagen entsprechen nicht dem Modell der Schweiz.

Die entscheidende Aussage kommt von Stauffacher: «Verbunden werden auch die Schwachen mächtig.» Wie recht er hat! Das sei meine Schweiz. Das sei das Bekenntnis:, zusammen arbeiten, zunenander luege, fürenander da sy.

Und deshalb sei in unsere Bundesverfassung nicht der Geist des Einzelkämpfers Wilhelm Tell, sondern das Vermächtnis von Werner und Gertrud Stauffacher eingeflossen. In der Schweiz, so steht es in unserer Bundesverfassung, «misst sich die Stärke des Volkes am Wohl der Schwachen».

Stauffacher, nicht Tell habe die Schweiz begründet!Der 1. August, unser Nationalfeiertag, sei eine ideale Gelegenheit sich an unseren ursprünglichen gesellschaftlichen Vertrag zu erinnern. Das heisst: mehr gelebte Solidarität – weniger egoistische Bereicherung! Mehr Verantwortung gegenüber künftigen Generationen und weniger Selbstgefälligkeit! Miteinander leben.

Miteinander gestalten. Einander zuhören.

Einander unterstützen. Weniger pöbeln und mehr seiner Energie in positiven Wandel investieren.

Zäme geit’s!.

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