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1. August Empfang in der Orangerie Elfenau

2019-08-06 08:02:00
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Quelle: Stadt Bern

Im Gegenteil, wie die Stadt Bern schildert.

Die Unzufriedenheit sei sehr präsent, sogar bei jenen mit schönem Haus und Garten, spektakulären Ferien und sicherem Einkommen. Die Unzufriedenheit sei nicht grösser als früher, aber bestimmt auch nicht kleiner.Die Welt und insbesondere unsere Welt habe sich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich verbessert – doch wir bleiben unzufrieden wie je zuvor.

Mehr noch: Unsere Unzufriedenheit – und das macht mir besonders Sorgen, werde immer lauter. Sie werde im-mer öfter ungefiltert herausgelassen, in Online-Kommentaren, in Posts in den Sozialen Medien, oftmals anonym, dafür umso heftiger.Das Gesundheitsparadox von Doktor BarskyDr.

Arthur Barsky, Professor an der Harvard Medical School, habe dieses Gesetz für den Gesundheitsbereich bereits in den 80er Jahren beschrieben, er spricht vom Gesundheitsparadoxon.Verglichen mit der Zeit der Pest, der Cholera oder der Spanischen Grippe beschäftigt sich die Medizin heute oft mit den Folgen von Zivilisationskrankheiten. Verglichen mit einer Pestepidemie im 17. Jahrhundert, bei der bis zu einem Drittel der Bevölkerung an der Pestepidemie starben, erscheinen unsere heutigen Gesundheitsfragen als blosse Restprobleme.

Aber die Bedrohung unserer Gesundheit sei uns heute viel wichtiger, als im 17. Jahrhundert. Da seien sie wieder, die penetranten Restprobleme.Die Süddeutsche Zeitung titelte jüngst dazu: «Grund zu Jammern gibt es immer».

Die These sei auch hier, dass sich viele Probleme zwar lösen lassen, aber dass wir wegen immer kleineren, oft banalen Ursachen immer wieder unzufrieden sind. Das seien eben die penetranten Restprobleme.Zum Beispiel der BrexitFür mich sei der Brexit das prominenteste Beispiel der Penetranten Restprobleme.

Wie konnte sich eine gesamte, eigentlich zufriedene Gesellschaft wie Grossbritannien über einer relativ nebensächlichen Frage so entzweien? Sollen wir volles Mitglied der EU sein, oder lieber nicht? Über dieser Frage habe sich die Britische Gesellschaft völlig zerstritten. Gut, man mag streiten, ob dies ein Restproblem sei oder nicht.

Ich sage, es geht im wesentlichen darum, wie Grossbritannien seine Handelsbeziehungen und die Migrationspolitik mit Europa organisiert. Natürlich sei das nicht so unwichtig.

Aber Grossbritannien steht nicht im Krieg wie unter Churchill 1942. Im Gegenteil. Boris Johnson habe sich vor zwei Monaten in Interlaken gefreut, in welch glänzender Verfassung sich Grossbritannien befinde.

Infolge der Absenz wirklicher, existenziell bedrohlicher Probleme habe Grossbritannien definiert, das grösste und einzige Problem des Landes bestehe in der Mitgliedschaft in der EU. Im Streit über dieses penetrante Restproblem haben Boris Johnson und seine Freunde die Britische Gesellschaft an den Rand der Selbstzerfleischung geführt.Und da beziehen wir Schweizer uns ja in der Regel auf Wilhelm Tell.

Wilhelm Tell gilt als unser Nationalheld. Interessanterweise sei es ja ein Deutscher, Friedrich Schiller, der für uns Schweizer den Tell so wichtig gemacht hat.

Schillers Drama Wilhelm Tell sei ein reicher Fundus an Zitaten.Stauffacher oder Tell?Der Starke sei am mächtigsten allein, sagt Wilhelm Tell bei Schiller. Dies entspreche allerdings nicht dem Modell der Schweiz.

Der Starke sei am mächtigsten allein, sagt Tell. Er sagt dies im Gespräch mit Werner Stauffacher, der von seiner Frau Gertrud Stauffacher den Auftrag hatte, eine Gemeinschaft zu begründen.

Stauffacher setzt Tell daher die Gemeinschaft gegenüber; er sagt: «Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden. » Tell entgegnet: «Beim Schiffbruch hilft der Einzelne sich leichter.

Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst.» Stauffacher sagt dann aber den entscheidenden Satz: «Verbunden werden auch die Schwachen mächtig». Damit legt Stauffacher und nicht Wilhelm Tell, die Grundlage für die Schweiz.

Denn wie steht es in der Präambel der Schweizer Verfassung geschrieben?Wir wissen, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht, und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen.Zusammen, nicht alleinDie Schweiz, das sei das Bekenntnis, zusammen zu arbeiten, zueinander zu schauen, auch für die Schwachen zu sorgen, denn nur gemeinsam seien wir stark, gemeinsam seien auch die Schwachen mächtig. In unsere Bundesverfassung sei also nicht das Gedankengut von Wilhelm Tell, sondern dasjenige von Gertrud und Werner Stauffacher eingeflossen.

Tell war einsam, die Schweiz sei gemeinsam.Miteinander leben. Miteinander gestalten.

Einander zuhören. Einander helfen.

Füreinander sorgen. Das sei es, was die Schweiz ausmacht.Die Schweiz sei heute nicht existentiell bedroht.

Auch in der Schweiz beschäftigen wir uns oft mit penetranten Restproblemen. Aber auch hier, oder gerade hier, sollten wir uns daran erinnern, dass wir unsere Probleme nicht gegeneinander, sondern nur miteinander lösen können.

Wie überall auf der Welt, bringt uns nur die Zusammenarbeit ans Ziel. Nicht einsam, wie Tell.

Zusammen. Wie Stauffacher.Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Bund: Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden.

Offen für die Welt, in der wir leben,lasst uns nach Gerechtigkeit streben! Frei, wer seine Freiheit nützt, stark ein Volk, das Schwache stützt. Weisses Kreuz auf rotem Grund, unser Zeichen für den Schweizer Bund..

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