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30,76 Millionen Franken für den Kauf des Gaswerkareals

2019-09-16 11:32:01
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Quelle: Stadt Bern

Der Gemeinderat hat die Abstimmungsvorlage für den Kaufkredit von 30,76 Millionen Franken zum Erwerb des Gaswerkareals von Energie Wasser Bern verabschiedet, wie die Stadt Bern ausführt.

Auf der zentrumsnahen Industriebrache solle ein urbanes und vielseitig genutztes Quartier entstehen. Stimmt der Stadtrat der Vorlage zu, werden die Stimmberechtigten voraussichtlich am 9. Februar 2020 über den Kauf entscheiden.Während rund neunzig Jahren wurde auf dem Berner Gaswerkareal aus Kohle Gas hergestellt.

Die Produktion wurde in den 1970er Jahren eingestellt und die Anlagen zurückgebaut. Rund fünfzig Jahre später liegt das Areal weitgehend brach und werde vorwiegend als Lagerfläche und Parkplatz zwischengenutzt.

Das Gelände sei mehrheitlich umzäunt und nicht öffentlich zugänglich.Durch die intensive industrielle Nutzung in früheren Jahren sei der Boden des Gaswerkareals stark mit Schadstoffen belastet. Energie Wasser Bern (ewb) als Grundeigentümerin beabsichtigte zunächst, die Altlastensanierung mit einem Bauprojekt zu verbinden.

Zu diesem Zweck schloss ewb mit der Losinger Marrazi AG eine Vereinbarung zur Projektentwicklung ab. Dies stiess im Stadtrat auf Kritik.

Die Stadt will dieses wichtige zentrumsnahe Areal nun selbst entwickeln. Entstehen solle ein vielfältig nutzbares Quartier mit neuen Wohnungen, Gewerbe, Kultur und öffentlichen Freiräumen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Stadt das Areal von ewb erwirbt.Der Gemeinderat habe die Abstimmungsvorlage für den Kauf des Gaswerkareals zuhanden des Stadtrats verabschiedet. Der zwischen ewb und der Stadt ausgehandelte Kaufvertrag regelt die Einzelheiten des Geschäfts.

Der Kaufpreis beträgt insgesamt 30,76 Millionen Franken. Darin enthalten sei nebst dem Preis für das Land und die Bestandesbauten auch eine Entschädigung von insgesamt 1,95 Millionen Franken für Planungsvorleistungen von ewb und der Losinger Marazzi AG.

Unabhängig vom Kaufgeschäft sei ewb verpflichtet, die Altlasten auf eigene Kosten im Umfang von geschätzten 19,8 Millionen Franken zu sanieren.Bei Zustimmung zum Kauf werde die Stadt als neue Eigentümerin die planerische und bauliche Entwicklung in die Wege leiten. Das Areal befindet sich derzeit in einer Zone für öffentliche Nutzungen.

Damit die Stadt ein urbanes, vielseitig genutztes Quartier realisieren kann, bedarf es einer vorgängigen Zonenplanänderung. Darüber werden die Stimmberechtigten zu einem späteren Zeitpunkt befinden können.

Die Entscheide über eine allfällige Abgabe im Baurecht sowie über Investitionen der Stadt Bern fallen ebenfalls in die Zuständigkeit der Stimmberechtigten.Die Vorteile des Kaufgeschäfts liegen auf der Hand: Die Stadt könne das Gaswerkareal nach ihren eigenen Vorstellungen entwickeln. Zentrumsnah solle neuer Wohnraum mit mehrheitlich Kostenmiete geschaffen werden und das Areal werde langfristig der Spekulation entzogen.

Ergänzt mit Raum für Gewerbe, Sport und Kultur werde eine urbane Mischnutzung angestrebt, die auf den Erhalt des Jugendzentrums Gaskessel am bestehenden Standort abgestimmt werden muss. Weil das Grundstück noch nicht umgezont sei und daher der Kaufpreis über dem aktuellen Grundstückswert liegt, geht die Stadt aber auch ein gewisses Risiko ein.

Ob der Landwert künftig steigt, sei noch ungewiss und hängt wesentlich davon ab, ob und wie das Land umgezont wird..

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