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Josè Mosqueira: «Der grosse Spass ist die kleine Grösse»

Josè Mosqueira: «Der grosse Spass ist die kleine Grösse»
Josè Mosqueira: «Der grosse Spass ist die kleine Grösse» (Bild: Stadt Bern)

2019-10-04 08:03:01
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Quelle: Stadt Bern

Gespannt laufe ich zur Haltestelle Gewerbeschule, von der ich über die Lorrainebrücke auf die Stadt sehe, wie die Stadt Bern berichtet.

Ich setze mich auf die Bank unter das kleine Vordach und lasse Bus um Bus an mir vorbeifahren – denn ich warte nicht auf die richtige Linie, sondern auf Josè. Auf Josè Mosqueira, um genauer zu sein.

Er zeigt mir heute, wie er arbeitet. Nämlich ganz modern mit Tablets.

Viel mehr weiss ich noch nicht.Josè würde um 13 Uhr dort sein, lasse mir Hanspeter Loosli, Geoinformationssystem-Koordinator – kurz GIS-Koordinator – beim Tiefbauamt der Stadt Bern (auch TAB genannt) per Mail ausrichten. Denn Josè Mosqueira habe keinen eigenen Arbeitsplatz mit PC oder Laptop.

Er sei Fahrer eines Spül- und Saugfahrzeugs – und einer von 350 Mitarbeitenden des TAB.Ich laufe hinüber und stelle mich vor. Hanspeter Loosli sei auch dabei – er war an der Umsetzung der mobilen Anwendung beteiligt, mit der Josè bereits seit 2016 arbeitet.

Nach der kurzen Vorstellungsrunde geht es los – denn Josè und sein heutiger Kollege Markus Känel müssen bis 15.45 Uhr alle Schächte von der Gewerbeschule bis zum Nordring hoch und wieder zurück kontrolliert und gereinigt haben. Danach haben sie Feierabend – wohlverdient.

Schliesslich seien sie schon seit 7 Uhr morgens unterwegs.Gleich an der Haltestelle werde der erste Entwässerungsschacht geöffnet und gereinigt. Es sei nur einer von weit über 10`000 auf städtischem Boden.

Interessiert schaue ich zu, wie sie zu zweit den Deckel abnehmen und dann zuerst mit einem grossen Schlauch und dann noch mit einem kleineren Hochdruckreiniger den Schacht säubern.Als ich mit Josè in der Fahrerkabine sitze und wir die Strasse hoch Richtung Nordring fahren, erklärt er mir, dass er eigentlich seinem Kollegen nicht helfen muss beim Reinigen. «Aber ich springe natürlich auch mal ein, wenn etwas nicht alleine geht.» Doch Josè Mosqueira sei hauptsächlich Fahrer.

Er schaut, an welchem Schacht sie als nächstes halten müssen. Seit gut zehn Jahren könne er das auf einem mobilen Gerät überprüfen.

Damals waren diese noch offline, seit 2016 liefern die Tablets die benötigten Daten in Echtzeit. So könne Josè live darauf zugreifen.Nachdem er das Tablet gestartet hat, muss er sich einloggen.

Dann könne man den gewünschten Schacht anwählen. «Wir schauen auf dem Gerät, was das für ein Schacht ist, ob Schlammsammler oder Einlaufschacht, welche Nummer und welche spezifische Deckelform der Schacht hat.

Und dann können wir die Daten eingeben, wo wir putzen und ob es einen Schaden am Schacht hat. Gleichzeitig reinigt der Kollege diesen.

Und so geht das Schacht um Schacht», erzählt Josè Mosqueira gut gelaunt.Man merkt, die Lösung mit den Tablets gefällt dem Lastwagenfahrer. «Früher haben wir immer mit Plänen in der Kabine gearbeitet», sagt Josè.

Das sei ein richtiger Papierkrieg gewesen. «Heute sei es nur noch ein 20x20-Tablet, bei dem man mit dem Finger die Daten ˈeintöggelenˈ kann.» In einer Minute sei alles erfasst.

«Der grosse Spass sei die kleine Grösse», strahlt Josè..

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