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Häusliche Gewalt kennt kein Alter

2019-11-23 09:32:04
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Quelle: Stadt Bern

Gewalt macht vor dem Alter nicht Halt, wie die Stadt Bern meldet.

Dieses Tabu will die nationale Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» dieses Jahr vom 25. November bis 10. Dezember aufbrechen. Die Fachstelle Häusliche Gewalt der Stadt Bern greift diesen Fokus auf und macht ihr Angebot in den Berner Quartieren zugänglich.

Betroffene Frauen und Männer sowie Angehörige und Freunde können sich unverbindlich informieren oder eine Kurzberatung in Anspruch nehmen. Unterstützt werde die Fachstelle von der Pro Senectute Region Bern, den Grauen Panthern Bern und der Burgergemeinde Bern.Vom 25. November bis zum 10. Dezember 2019 findet die nationale Kampagne «16 Tage gegen Gewalt an Frauen» statt.

Thematisch fokussiert die Kampagne auf Gewalt im Alter. Die Fachstelle Häusliche Gewalt der Stadt Bern nimmt diesen Fokus auf, indem sie Häusliche Gewalt im Alter zum Thema macht.

Im Zentrum stehen Betroffene ab 65 Jahren mit Wohnsitz in der Stadt Bern und ihre Angehörigen, Bezugspersonen, Freundinnen und Freunde. Die konkrete Anzahl der Meldungen zu Häuslicher Gewalt in diesem Alterssegment sei klein, allerdings sei von einer relativ hohen Dunkelziffer auszugehen.

Es sei für Fachstellen schwierig, diese Zielgruppe zu erreichen.«Die Gewalt in den eigenen vier Wänden im Alter sei eines der grössten Tabus unserer Gesellschaft und habe viele Facetten», erläutert Reto Nause, Sicherheitsdirektor der Stadt Bern. Mit fortschreitendem Alter werden die Autonomie und die Bewegungsfreiräume unter Umständen aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt.

Dadurch verändern sich auch die Abhängigkeitsverhältnisse für viele Menschen. Häusliche Gewalt beschränkt sich nicht auf physische Übergriffe.

Psychische Gewalt und Vernachlässigungen seien im Alter weit häufiger. Beispiele dafür seien die Einschränkung der finanziellen Mittel, fehlende Unterstützung bei der Körperhygiene, verbale Demütigungen, Erniedrigungen und Drohungen bis hin zu Nahrungsentzug.

«Diese psychische oder physische Gewalt könne von Verwandten oder nahestehenden Personen ausgehen, unabhängig davon, ob sie noch im gleichen Haushalt wohnen oder nicht», so Nause weiter.Eine internationale Studie in sieben europäischen Ländern habe ergeben, dass jede fünfte Person im Alter von 65 Jahren und älter von Häuslicher Gewalt betroffen ist. Jedes Jahr melden sich in der Stadt Bern nur eine Handvoll Betroffene bei der Polizei oder der Fachstelle Häusliche Gewalt.

Scham, physisches sowie psychisches Unvermögen und Angst hindern betroffene Frauen und Männer häufig daran, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es sei deshalb von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen.«Gerade, weil sich Betroffene im Alterssegment 65+ zunehmend in einem engeren Radius bewegen oder bewegen können, möchte die Stadt Bern nicht nur die breite Öffentlichkeit mit Plakaten und Flyern sensibilisieren, sondern direkt auf die Menschen in den Quartieren zugehen», erklärt Ester Meier, Leiterin Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz.

«Wir möchten aber nicht nur die Opfer, sondern auch die Betreuungspersonen ansprechen, die eine anspruchsvolle Pflegearbeit leisten und mit der Situation sehr oft überfordert sind.» An drei Veranstaltungen in der Elfenau, in Bümpliz und in der Innenstadt bietet die Fachstelle Häusliche Gewalt eine «offene Sprechstunde» an. Alle Interessierten können sich dort unverbindlich informieren oder eine Kurzberatung in Anspruch nehmen.Am 1. April 2018 sei in der Schweiz das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Häuslicher Gewalt in der Schweiz in Kraft getreten.

Die sogenannte Istanbul-Konvention verfolgt das Ziel, jegliche Formen von Gewalt gegen Frauen und Häusliche Gewalt zu verhüten, zu bekämpfen und zu verfolgen. «Diesem Ziel fühlen auch wir uns verpflichtet», fasst Sicherheitsdirektor Reto Nause die Bemühungen der Stadt Bern gegen Häusliche Gewalt zusammen..

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