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Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 geht an Bioinformatikerin

  • Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 geht an Bioinformatikerin
    Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 geht an Bioinformatikerin (Bild: Universität Bern)
  • Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 geht an Bioinformatikerin
    Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 geht an Bioinformatikerin (Bild: Universität Bern)
2019-11-29 15:35:52
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Quelle: Universität Bern

Der mit einer Million Franken dotierte Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis, der ursprünglich auch als «Nobelpreis für Krebsforschung» bezeichnet wurde, geht 2019 an Professor Doktor Serena Nik-Zainal von der Universität Cambridge und MRC Cancer Unit, wie die Universität Bern ausführt.

Dank ihrer Forschung können Mutationen in Krebstumoren mittels neuer bioinformatischer Methoden analysiert werden, was neue Ansätze für gezielte Therapien ermöglicht. Der Preis werde am Freitag, 18. Oktober, an der Universität Bern verliehen.Die Doktor Josef Steiner Krebsstiftung, die von Physiologen der Universitäten Bern, Genf und Zürich unter Berner Leitung geführt wird, verleiht am Freitag, 18. Oktober 2019 den Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis 2019 an Professor Doktor Serena Nik-Zainal.

Die Bioinformatikerin vom Departement für Medizinische Genetik und dem MRC Cancer Unit der Universität Cambridge erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer bahnbrechenden Forschung im Bereich der Entwicklung neuer Methoden der Bioinformatik zur klinisch-relevanten Klassifizierung von Tumoren. 2019 werde der Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis erstmals ungeteilt einer Frau verliehen.Der von Doktor Josef Steiner, einem Apotheker aus Biel, in den 1980iger Jahren testamentarisch gestiftete Preis, werde dieses Jahr zum 21. Mal ausgerichtet.

Der renommierte und mit einer Million Franken dotierte Forschungspreis werde alle zwei Jahre an ein hervorragendes Projekt auf dem Gebiet der Krebsforschung vergeben. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält zusätzlich eine persönliche Anerkennung in der Höhe von 50'000 Franken.Jeder Krebstumor weist in seinem Genom eine eigene Signatur an Mutationen auf.

Diese Mutationen habe Serena Nik-Zainal in einer grossen Zahl von Tumoren mittels maschinellem Lernen auf ihre Häufigkeit und Verteilung hin untersucht. Unter anderem entwickelte ihr Team einen Algorithmus, der einen gemeinsamen Gen-Defekt bei Brustkrebstumoren aufzeigte.

Es stellte sich heraus, dass eine von fünf Brustkrebs-Patientinnen diesen Gen-Defekt aufweist und somit auf gezielte Therapien ansprechen könnte. Dieser und andere Algorithmen sollen nun möglichst rasch in die klinische Anwendung überführt werden, um medizinische Prognosen zu ermöglichen.

Ein weiteres Ziel von Nik-Zainals Projekt sei es, grosse Datensätze auch für BiologInnen und Kliniker, die mit Informatik wenig vertraut sind, zu erschliessen und möglichst nutzerfreundlich zu gestalten. Mit dem Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis will Nik-Zainal nun eine umfassende Datenbank von Krebspatientinnen und -patienten aufbauen, die es ermöglichen soll, mittels ihrer bioinformatischen Analysemethoden die Entstehung von Mutationen in Krebszellen besser zu verstehen und damit neue Therapieoptionen für die erfolgreiche Behandlung von Patientinnen und Patienten zu ermöglichen.Stephan Rohr, Ko-Direktor des Instituts für Physiologie der Universität Bern und Präsident des Stiftungsrates, werde den Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis am Freitag, 18. Oktober anlässlich einer Zeremonie an der Universität Bern verleihen.

Über die Preisträgerin sagt er: «Neue genetische Analysemethoden produzieren eine riesige Datenflut, deren umfassende Interpretation ohne Zuhilfenahme geeigneter Algorithmen undenkbar ist. Serena Nik-Zainal habe in der Entwicklung solcher Algorithmen im Bereich genetischer Veränderungen bei Krebs in den letzten Jahren bahnbrechende Fortschritte gemacht.

Der Preis ermöglicht es ihr, die Datenbasis zu erweitern und die Analysen in Zukunft auch Nicht-Spezialisten zugänglich zu machen. Wir seien davon überzeugt, dass dieser Ansatz die Krebsforschung massgeblich antreiben wird.»Serena Nik-Zainal schloss 1998 ihr Studium in Medizin und Veterinärmedizin sowie in Chirurgie an der University of Cambridge ab und wurde 2003 Mitglied des Royal College of Physicians (London).

2012 promovierte sie in Cancer Genomics am Wellcome Sanger Institute (UK). Sie spezialisierte sich dort anschliessend in Clinical Genetics und wurde 2014 zur Career Development Fellow Group Leader ernannt.

2017 kehrte sie an die University of Cambridge zurück, wo sie als Cancer Research UK Advanced Clinical Scientist seither eine Gruppe am Department of Medical Genetics mit Doppelaffiliation zum MRC Cancer Unit leitet. Ihr Forschungsschwerpunkt sei Krebsgenomik sowie seltene genetische Krankheiten.

Nik-Zainal sei Trägerin diverser internationaler Preise und Auszeichnungen.Im Bestreben, die Krebsforschung im Sinne des Stifters effizient und nachhaltig zu fördern, geht der Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis jeweils an ein hervorragendes Forschungsprojekt auf diesem Gebiet. Als erster Preisträger konnte 1986 ein Schweizer, Doktor Peter Cerrutti, geehrt werden.

Seither wurden zahlreiche hervorragende Forschende aus Europa, den USA und Australien mit dem Doktor Josef Steiner Krebsforschungspreis ausgezeichnet. Seit 1998 werde der Preis alle zwei Jahre verliehen.

Das Siegerprojekt werde für die Periode von vier Jahren mit einem Betrag von 1’000’000 Franken unterstützt. Er sei der weltweit höchstdotierte seiner Art und wurde ursprünglich auch als «Nobelpreis für Krebsforschung» bezeichnet.

Die Auswahl des Projektes erfolgt nach einem mehrstufigen Verfahren, bei dem die wissenschaftliche Qualität, die Originalität der Projektskizzen, die Qualifikation der Projektverfassenden, sowie die Beurteilung der Machbarkeit der vorgeschlagenen Projekte in Betracht gezogen werden.Mit Vortrag von Professor Doktor Serena Nik-Zainal, University of Cambridge & MRC Cancer Unit: «Accelerating holistic cancer genome interpretation towards the clinic». Die Veranstaltung sei öffentlich und kostenlos.

Vortragssprache sei Englisch. .

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